Bundesbeauftragter zu Gast bei der deutschen Minderheit

Krzysztof Ogiolda
Krzysztof Ogiolda
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Dr. Bernd Fabritius, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, kam zu einem fünftägigen Besuch bei der deutschen Minderheit in Polen. Am Montag besuchte er den Oppelner Sitz des Verbandes der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen (VdG)

Der deutsche Minister sprach hier mit Vertretern verschiedener Organisationen der deutschen Minderheit. Er beantwortete auch Fragen der Journalisten.

Zuvor hatte sich der Bundesbeauftragte und Vorsitzender des Bundes der Vertriebenen mit den Mitgliedern der deutschen Minderheit in Breslau und Liegnitz getroffen. Auf dem Programm des Schlesienbesuchs standen auch Besuche bei Lehrern und Schülern der zweisprachigen Schulen – der Vereinsschule in Cosel-Rogau und der kommunalen Grundschule in Ratibor - sowie Gespräche u. a. mit dem Marschall der Woiwodschaft Oppeln Andrzej Buła und Erzbischof i.R. Alfons Nossol und Bischof Andrzej Czaja. Darüber hinaus kam es auch zu einem Treffen mit der deutschen Minderheit in der Woiwodschaft Schlesien und zu einen Besuch im Goethe-Institut in Krakau.

Im Gespräch mit Journalisten hob Bernd Fabritius hervor, dass die deutsche Minderheit in Polen die drittgrößte in der Welt ist (mehr deutsche Minderheitsangehörige leben nur in Russland und in Kasachstan). Er erinnerte daran, dass die Bewahrung bzw. Wiederbelebung der deutschen Sprache und Kultur für die deutsche Minderheit in Polen eine Priorität besitzt. Dies ist umso wichtiger, als die deutsche Sprache über Jahrzehnte in den von der deutschen Minderheit bewohnten Gebieten verboten und in der Öffentlichkeit schwach vertreten war. Minister Fabritius erinnerte auch daran, dass die deutsche Minderheit die Gründung eines Zentrums der Historischen Dokumentation erwartet und das Bewusstsein hat, die Jugendarbeit intensivieren zu müssen.

- Wir bemühen uns in den Gesprächen mit Dr. Fabritius zu unterstreichen, dass nicht so sehr die Bewahrung der deutschen Sprache, sondern nicht selten deren „Rekonstruktion“ unser Ziel ist - erinnerte Vorstandsvorsitzender des VdG Bernard Gaida. Er wies auch darauf hin, dass nicht alle Bestimmungen der Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen in Polen geachtet würden. Es gebe auch keine Möglichkeit mehr, die Postulate der Minderheit in den Bildungsfragen am deutsch-polnischen Runden Tisch einzubringen, weil die Treffen des Runden Tisches seit drei Jahren nicht mehr stattfinden.

Bernd Fabritius wies auch auf die positiven Aspekte der Lage der deutschen Minderheit in Polen hin. Als einen davon nannte er das Ergebnis der letzten Kommunalwahlen. Dieses wäre ohne Akzeptanz seitens der polnischen Mehrheit nicht möglich gewesen. Als Ausdruck der Akzeptanz der Minderheit bewertete der Bundesbeauftragte auch das Anvertrauen der Funktion des Sejmik-Vorsitzenden der Woiwodschaft Oppeln dem Vorstandsvorsitzenden der SKGD Rafał Bartek. Fabritius brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass auch die Regierung in Warschau das Potenzial der deutschen Minderheit wahrnehmen wird und die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen sowie das Rahmeneinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten – als Dokumente, die die Minderheitenrechte garantieren – in vollem Umfang respektiert werden. Er erwähnte, dass er ein konstruktives Gespräch mit dem Vizeminister im Innenministerium Paweł Szefernaker zu diesem Thema durchführte.

Auf die Frage nach seiner Meinung zur Lage der deutschen Minderheit in Polen im Vergleich zu anderen deutschen Minderheiten in der Welt, erinnerte Fabritius daran, dass er fast alle deutschen Minderheiten in den Ländern der ehemaligen UdSSR und in Osteuropa besuchte. Er unterstrich, dass man nicht vergessen darf, dass das Böse des Zweiten Weltkriegs in Deutschland seinen Ausgang nahm. Aber auch die Grausamkeiten des von Deutschland ausgelösten Krieges haben dann in der Friedenszeit zu Repressalien geführt – und zwar fast in allen Ländern - indem der Gebrauch der deutschen Sprache in der Öffentlichkeit begrenzt oder verboten wurde. Betroffen davon waren größtenteils die in diesen Ländern lebenden Deutschen, obwohl das Ausmaß der Repressionen unterschiedlich war. Daher bedarf es viel Mühe, um die deutsche Sprache und die kulturelle Identität wiederzubeleben.

- Ich bin in gewisser Hinsicht eine Ausnahme - so Fabritius. -Ich wurde in Rumänien in der Regierungszeit von Nicolae Ceausescu geboren und konnte bis zu meinem 17. Lebensjahr, bis zur Auswanderung nach Deutschland, rumänische Schulen mit Deutsch als Unterrichtssprache besuchen.

Der bei der Pressekonferenz anwesende VdG-Vorstandsvorsitzende betonte, dass Rumänien und Ungarn lobenswerte Ausnahmen sind. Die meisten deutschen Minderheiten – darunter die Deutschen in Polen – müssen mit größeren oder kleineren Schwierigkeiten fertig werden, um die Sprache zu „rekonstruieren“ und die sprachliche und kulturelle Identität zu bewahren. Dies bezieht sich auch auf die jungen Menschen. Gaida erwähnte darüber hinaus, dass die deutschen Minderheiten zahlenmäßig sehr unterschiedlich sind. Die größten haben mehrere hunderttausende Mitglieder, die kleinsten drei Tausend, die auch noch verstreut leben. Die deutsche Minderheit in Polen zeichnet sich durch die aktive Vertretung im politischen Leben aus, insbesondere auf der Kommunalebene.

Auf die Frage nach der Tätigkeit des Bundes der Vertriebenen (BdV) unterstrich Dr. Fabritius, dass eines der Prioritäten des BdV die Suche nach der historischen Wahrheit ist, aber ohne diese politisch auszuspielen. Er betonte, dass viele Mitglieder des BdV sehr offen gegenüber Europa sind. Die Bewahrung der historischen Wahrheit in Erinnerung schließt freundschaftliche Beziehungen, Brückenbauen und friedliche Zusammenarbeit von Nationen und Gesellschaften nicht aus. Seiner Ansicht nach sind solche Brückenbauer sowohl Mitglieder der deutschen Minderheit in Polen als auch Schlesier, die in die Bundesrepublik ausgesiedelt sind.
Am Montagabend nahm Bernd Fabritius am Adventskonzert der SKGD teil, das in der Oppelner Philharmonie veranstaltet wurde. Mehr über das Konzert lesen Sie auf der gleichen Seite.

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