Die Deutsche Minderheit gedenkt ihrer Verstorbenen

Redakcja
Tradition. Am Sonntag vor Allerheiligen wurden in Lamsdorf Blumen niedergelegt und Kerzen angezündet.

Vertreter der Deutschen Minderheit haben auf dem Friedhof unter dem Kreuz für die Opfer des Nachkriegslagers Blumen niedergelegt.

Die Anwesenden angeführt von Bernard Gaida und Norbert Rasch haben in Deutsch für die Verstorbenen gebetet. Richard Urban stimmte in der Sprache des Herzens ein Marienlied und "Ich hatt’ einen Kameraden" an. Das letzte wurde bereits seit dem 19. Jahrhundert während Begräbnisfeierlichkeiten von deutschen Soldaten gesungen und wurde zum Text des Dichters Ludwig Uhland von Friedrich Silcher vertont.

"Unter verschiedenen Namen haben in Oberschlesien etwa 100 solche Arbeitslager existiert und in ganz Polen waren es fast 300", sagte der VdG Vorsitzende Bernard Gaida. "Unsere Mitglieder gedenken der Verstorbenen an verschiedenen Orten und verschiedenen Friedhöfen. Doch wir bemühen uns jedes Jahr auch hier in Lamsdorf zu sein, wo bereits nach dem Krieg die einheimische Bevölkerung, die ausgesiedelt werden sollte, hier aus der Umgebung gelang. Es waren ganze Familien mit Kindern. Viele von ihnen haben diesen Ort nicht mehr verlassen. Es waren unschuldige Opfer. Ein paar Jahre lang kämpfte man darum diesen Menschen zu gedenken. Daran erinnern die Spuren von Ketten auf dem Sühnekreuz.

Der Vorsitzende des VdG erinnerte daran, dass die Geschichte der Gefangenenlager in Lamsdorf im französich-preussischen Krieg im Jahr 1871, als hier Häftlinge verschiedener Nationalitäten gefangen gehalten wurden und gestorben sind, begann. Die hier niedergelegten Blumen und Worte des Gebets waren für die Opfer aller Kriege gedacht.

Nachdenklich bleibt an den Tafeln mit den Namen der Opfer Richard Urban stehen.
"Aus meinem Dorf kamen die Menschen nicht nach Lamsdorf, sondern in ein anderes Arbeitslager nach Blottnitz", sagt Urban. "Dort waren meine Großeltern und meine Mutter. Ich war damals 11 Jahre alt und meine Bruder neun. Die Mutter befiehl uns zu flüchten. Es war nicht einfach. Das Gelände wurde überwacht. Es half uns das Durcheinander, welches enstand, als man den Ortspfarrer und seine Mutter auf einen Wagen treiben wollte. Der Pfarrer wollte nicht einsteigen. Der polnische Wärter hat auf ihn mit einem Gewehr gezielt. Und in diesem Moment hat ihn zu unserem Erstaunen ein russischer Fahrer davon abgehalten und befahl dem Pfarrer und seiner vom Alter gekrümmten Mutter nach Hause zurückzukehren. Wir haben das Durcheinander als alle in diese Richtung geschaut haben ausgenutzt, und sind mit meinem Bruder geflohen.
Herr Urban weiss noch, dass seine Mutter nach drei Monaten zurückgekeht ist. Zum Glück gab es für sie keinen Platz im Zug mit dem die Menschen ausgesiedelt wurden. Erst nach einiger Zeit gelang es der Familie den Hof zurückzubekommen, aber jegliches Hab und Gut war weg.

Die Mitglieder der Deutschen Minderheit blieben eine Weile auch am Sühnekreuz stehen. Hier wurde zum ersten Mal in Deutsch und Polnisch gebetet. Dem Gebet schließen sich Mottoradfahrer aus Groß Strehlitz an, die den Friedhof gerade besuchten.
"Wir haben hier keine Verwandten, aber wir besuchen Orte des Gedenkens, weil sie ein Teil unserer Geschichte sind. Heute sind wir eben nach Lamsdorf gekommen", sagt Zbigniew Głodowicz.

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