Diese Tafeln können Menschen vereinen

Redakcja
Ereignis. Die die Gemeinde Murow passierenden Autofahrer werden bereits von zweisprachigen Ortschildern begrüßt. Diese wurden in allen Ortschaften mit Ausnahme von Grabczok aufgestellt, wo der Ortsname in Deutsch und Polnisch identisch ist.

Am vergangenen Freitag haben in dem kleinen Dorf Georgenwerk am Rande des Kreises Oppeln VdG-Vorsitzender Bernard Gaida, der Dorfvorsteher von Murow Andrzej Puławski und der Gemeindevorsitzende der SKGD Rudolf Lawa die zweisprachigen Ortsschilder enthüllt.
"Jede Sprache hat ihren Platz bei Menschen und auf der Landkarte. Die Sprache bringt das mit, was für jeden am wichtigsten ist.", sagte Bernard Gaida bei den Feierlichkeiten. "Solche Tafeln drücken den kulturellen Reichtum dieser Gemeinde und von ganz Schlesien aus. Ich hoffe, dass sie uns alle statt zu teilen, im gemeinsamen Europa endlich vereinen können."

Laut Gesetz über nationale und ethnische Minderheiten sowie über die Regionalsprache sind die Konsultationen in den Gemeinden, in den
31% der Bewohner Deutsche sind, nicht nötig. 70 Ortschilder mit polnischen und deutschen Ortsnamen wurden in 13 Ortschaften aufgestellt. Nur Grabczok, dessen polnische und deutsche Bezeichnung gleich ist, bekam keine Tafel. "Die Gesamtkosten belaufen sich auf ca. 58 Tausend Zloty. Den Zuschuss für diese Investition bekamen wir vom polnischen Innenministerium.", sagt Sylwia Dydzik, die Gemeindesekretärin.

"Die neuen Ortsschilder fielen leider bereits Vandalismus zum Opfer. Die meisten wurden direkt nach dem Aufstellen zugeschmiert und die Tafel in Plümkenau wurde abgerissen und aufs Feld geworfen" bedauert Andrzej Puławski.
Der Dorfvorsteher beteuert, dass die neuen Tafeln mit einer speziellen Folie beschichtet sind, so dass man den Spray besser abwischen kann.

Den Feierlichkeiten in Georgenwerk wohnten Lehrer von der Schule in Mikolajów in der Ukraine bei, die im befreundeten Gymnasium in Friedrichsthal zu Gast waren. Die abweisende Einstellung zu den zweisprachigen Ortschildern in Schlesien hat sie überrascht.
"In unserer Stadt mit 500 Tausend Einwohner leben 133 verschiedene Nationalitäten im Einklang", sagt die Polonistin Helena Szapowałowa. "In der Schule werden 13 Sprachen unterrichtet, sogar Koreanisch. Ich verstehe nicht, warum diese Tafeln bei euch vernichtet werden. Ich denke, dass sie bei uns etwas ganz natürliches wären."

In ganz Polen tragen 773 Ortschaften in 41 Gemeinden zweisprachige Ortsnamen. Davon handelt es sich bei den meisten um deutsche Ortsnamen. Im Oppelner Land wurden 316 in 25 Gemeinden registriert. Noch nicht alle zweisprachigen Ortsschilder wurden aufgestellt.

"Es ist im Grunde das erste offizielle, sichtbare Symbol für die Existenz der deutschen Minderheit", meint Rafał Bartek, Sekretär der Sozial-kulturellen Gesellschaft und Generaldirektor des Hauses der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit. Tłum. ELF

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