Ein Pionier, der vor Versöhnung keine Angst hat

    Ein Pionier, der vor Versöhnung keine Angst hat

    Krzysztof Świderski

    Nowa Trybuna Opolska

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    Ein Pionier, der vor Versöhnung keine Angst hat

    ©Krzysztof Świderski

    Pfarrer Wolfgang Globisch führte in den 1960er Jahren die Teilnehmer der Aktion Sühnezeichen in das Museum Auschwitz. In den 1990er Jahren organisierte er die Minderhetenseelsorge. Er behält sein Tempo und lässt nicht nach, obwohl er 80 wurde.
    Ein Pionier, der vor Versöhnung keine Angst hat

    ©Krzysztof Świderski

    Vielsprachgkeit und Multikulturalität hat er im Blut. Der in Oppeln Sakrau im Jahr 1933 geborene Priester wuchs in einem Haus auf, wo die Mutter nur Deutsch konnte und der Vater zweisprachig war. Er erinnert sich, dass er als Kind manchmal mit seinen Eltern an einer polnischsprachigen Messe in der Oppelner St. Sebastianskirche teilgenommen hat.

    Damals gab es hier, unter der Schirmherrschaft des polnischen Konsulats, eine Pfarrgemeinde der polnischen Minderheit. Die Entstehung an dieser Stelle einer Pfarrgemeinde für die deutsche Minderheit ist immer noch sein Traum.

    Er wurde 1956 zum Priester geweiht und arbeitete jahrelang mit genauso viel Eifer in Pfarrgemeinden mit einheimischen Bevölkerung, als auch dort, wo Gläubige aus Ostpolen oder Zentralpolen stammten.

    Ende der 1950er Jahre lernte er Günter Särchen aus Magdeburg kennen, einen der Begründer der Aktion Sühnezeichen. Im Jahr 1965 kam er mit der ersten Gruppe von jungen katholischen und evangelischen Deutschen aus der DDR in das Lager Auschwitz.

    Von Görlitz aus waren sie mit Fahrrädern unterwegs, sie beteten, meditierten und schwiegen. Sie arbeiteten in der Ruine der Gaskammer in Birkenau. Mit Schaufeln und archeologischen Gabeln in der Hand berührten sie die Vernichtung, fanden Zahnbürsten und Brillen der vergansten Opfer.

    Anfang der 1990er Jahre befasste er sich in Zusammenarbeit mit Erzbischof Alfons Nossol und dem Bundesministerium des Innern mit dem Aufbau der Hilfsstrukturen, insbesondere der medizinischen Hilfe für die Bewohner des Oppelner Schlesiens.

    Beide Priester sorgten dafür, dass die Hilfe bei allen, unabhängig der Abstammung ankommt und niemanden teilt. Pfarrer Globisch hat auch seit Anfang der 1990er Jahre die Strukturen der Minderheitenseelsorge in der Diözese Oppeln gegründet.

    An diese und andere Verdienste des Jubilars wurde am vergangenen Donnerstag während der Feierlichkeiten anläßlich seines 80. Geburtstages in der Sebastianskirche und in der Caritas-Bibliothek gesprochen.

    "Ich denke mit Respekt an sein Werk", sagt Pfarrer Dr. Piotr Tarlinski, sein Nachfolger im Amt des Minderheitenseelsorgers und Leiters der Caritas Bibliothek. "Die Anfänge sind immer schwer.

    Er hat ein gutes Fundament gelegt, auf dem man bauen kann. Es sind Entscheidungen gefallen über das Zelebrieren der deutschprachigen Gottesdienste. Es gibt die Minderheitenwallfahrt in Sankt Annaberg und die Wallfahrt in Maria Hilf. Wir verdankten Pfarrer Globisch den Aufbau der deutsch-polnischen Caritasbibliothek, die im Jahr 2000 eingeweiht wurde. Auch das Netz von etwa 80 Bibliotheken, die vom Bibliobus bedient werden.

    Pfarrer Globisch hat auch die Entstehung des Bulletins "Die Heimatkirche" initiert, des zweisprachigen Gebetsbuchs "Weg zum Himmel", des Chorals für Organisten, des Gesangsbuchs "Stimme des Herzen", des "Kleinen Weg zum Himmel" für Kinder sowie die Feierlichkeiten anläßlich des Martinstags und die Initiative der Sternsinger in der Region.

    "Niemand hat ihm gesagt, wie die Minderheitenseelsorge oder die Caritas-Bibliothek aussehen sollen", sagt Vorsitzender der SKGD Norbert Rasch. "Er hat nach seiner Intuition mutig gehandelt. Und er ist einen guten Weg gegangen.

    "Pfarrer Globisch ist Pionier", meint Pfarrer Dr. Arnold Drechsler, Leiter der Caritas in der Oppelner Diözese. "Er kann sich auf einem Gebiet bewegen, wo niemand vor ihm gewesen ist. Er engangierte sich für die deutsch-polnische Versöhnung, als manchen der Begriff Hilfe aus Deutschland nicht mal über die Lippen kam. Sie sagten: Hilfe aus dem Westen."

    Diese Charakterstärke des Jubilars, der nicht gezögert hat sich zu gefährden und gleichzeitig offen auf menschliche Güte und Zusammenarbeit mit Gottes Gnade war, unterstrich während der Feierlichkeiten anläßlich des 80. Geburtstages Bischof Andrzej Czaja.

    Die Verdienste des Jubilars wurden in den vergangenen Jahren von der polnischen und deutschen Regierung gewürdigt. In Februar 2010 erhielt er das Goldene Bundesverdienstkreuz. In Mai 2011 das Goldene Verdienstkreuz des polnischen Präsidenten.

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