Florentine Förster - Schauspielerin aus Rosenberg

Joanna RostropowiczZaktualizowano 
Sie wurde 1826 als Florentine Jarklowski geboren. Als sie fünf Jahre alt war, verkaufte sie ihr Vater für dreißig Talar an ein Wandertheater.

In ihrer Autobiographie schrieb sie, dass ihr lebenslang der Klang der Münzen, die der unbekannte Direktor mit dem Namen Bredow an ihren Vater zahlte, in Erinnerung blieb. Somit verließ sie das heimatliche Rosenberg und ihre Handwerkerfamilie. Bredow, der von nun an als ihr Vater galt, hat wahrscheinlich auf den ersten Blick in dem zufällig begegneten Kind ein großes Talent entdeckt. Gemeinsam mit der Schauspielertruppe begann Florentine ihre Wanderung durch Deutschland und spielte Kinderrollen in vielen Städten.

Die Tat des Vaters, der das eigene Kind verkauft, ist schwer zu verstehen. Er war wohl kein armer Mann, da der vier Jahre jüngerer Bruder Florentines nicht nur das Matthiasgymnasium in Breslau sondern auch englische und französische Philologie an der Universität in Breslau absolvierte. Bredow hat ihn wohl davon überzeugt, dass seine Tochter auf der Bühne Ruhm finden würde. Wenn es so war, hat dieser ihn nicht betrogen.

Florentine wechselte mit der Zeit von Kinderfiguren zu Frauenrollen, die meistens genauso schön, wie naiv waren. Julius Grosse, ein in Halle lebender deutsche Dichter hielt in seinen Tagebüchern fest, dass Jarklowski zu den herausragendsten Schauspielerinnen jener Zeit gehörte.

Im Alter von 16 Jahren heiratete sie den Schauspieler aus Bredows Theater Julius Joly. Die Ehe war glücklich, jedoch von kurzer Dauer. Die junge Frau schaffte es zwei Söhne zur Welt zu bringen, doch nach drei gemeinsamen Ehejahren starb der Mann infolge einer Lungenentzündung. Im gleichen Jahr erkrankte an der gleichen Krankheit auch eines von den Kindern. Die aus Rosenberg stammende Schauspielerin spielte weiter und zeigte ihr Talent in vielen Theatern. In Halle lernte sie den zwei Jahre jüngeren August Förster. Der Absolvent der evangelischen humanistischen Schule und Student der Theologie und Philologie an der Universität in Halle war ein Liebhaber des Theaters zugleich. Er schrieb nicht nur eine Doktorarbeit über Zusammenhänge Lessings Dramaturgie zum Shakespeare, aber spielte unter Pseudonym im Theater u.a. in Naumburg und Merseburg.

An den Rollen arbeitete er gemeinsam mit der jungen Witwe Jolie und verliebte sich in sie wegen ihrem ungewöhnlichen Reiz, wie es Julius Grosse in den Tagebüchern schrieb. Bald gab er für sie seine wissenschaftliche Karriere auf und entschied sich ausschließlich für die Theaterbühne.
Im November 1851 heirateten Florentine und August Förster. Dreizehn Monate später kam ihr Sohn Franz zur Welt. Florentine, die sich auf dem Gipfel ihrer Karriere befindet, entscheidet sich die Bühne zu verlassen und kümmert sich von nun an darum den Bühnenerfolg ihres Mannes in die Wege zu leiten. Mit Erfolg, wie sich bald herausstellen wird.

Florentine schrieb in ihrer Autobiographie, dass ein Zufall den Durchbruch Augusts schauspielerischer Karriere brachte. Während eines Theatersauftritts in Meiningen hat die Polizei unmittelbar vor der Aufführung den Schauspieler, der Faust verkörpern sollte samt seiner Geliebten, wegen unmenschlicher Behandlung eines Kindes in Haft genommen. Förster vertrat aus Notwendigkeit seinen Kollegen und feierte einen riesigen Erfolg. Der örtliche Fürst schickte seinen Adjutant mit Glückwünschen in die Garderobe.

Zwei Jahre nach der Heirat gehen die Försters nach Posen. August feiert hier weitere Erfolge und im Mai 1855 erhält er Einladungen des Burgtheaters in Wien zu Gastauftritten. Danach spielt er u.a. in Stettin, Danzig und Breslau. Nach wiederholten Einladung in das Wiener Theater hat er dem Publikum im Morets Stück "Donna Diana" so gefallen, dass er fest engagiert wurde.

Die Ehefrau war seine Betreuerin und Vertraute. Förster hat alle beruflichen Entscheidungen nach Konsultation mit Florentine getroffen. Er wurde von ihrem beruflichen Instinkt nie enttäuscht und für sie waren seine Erfolge wie die eigenen. Und es gab viele Erfolge. In den Jahren 1976 bis 1882 war August Förster Direktor der Theaters in Leipzig. 1883 gründete er das Deutsche Theater in Berlin.
Den Gipfel der schauspielerischen Träume des Paares brachte der erste November 1888. Förster wurde zum Direktor des Hofburgtheaters in Wien nominiert. Für die Tochter eines nicht allzu reichen Handwerkers aus Rosenberg war es der größte Lebenserfolg.

Doch das gemeinsame Glück sollte nicht lange dauern. Ein Jahr später, einen Tag vor Weihnachten stirbt August Förster an Herzinfarkt.
Seitdem verbringt Florentine die meiste Zeit alleine. Von neun Kindern, die sie geboren hat (zwei in der ersten, sieben in der zweiten Ehe) lebt nur ein Sohn Heinrich, der in die Fußstapfen seiner Eltern tritt und Schauspieler wird.
Sie hatte angeblich nicht viel Freunde und das aufgrund ihrer Wahrheitsliebe und direkten Art. Zwei Freundinnen besuchten sie regelmäßig, die einst berühmte Opernsängerin Marie Geistinger und Schauspielerin Alexandrine Schönerer.
Noch zu Lebzeiten ihres zweiten Mannes, im Jahr 1860, fand sie ihr jüngerer Bruder Franz auf und die Geschwister hatten seitdem recht engen Kontakt.

August Försters Briefe, die in Österreichs Nationalbibliothek aufbewahrt werden, beinhalten viele Informationen über Florentines Aufenthalte in Kreuzburg, wo er Lehrer an der Höheren Bürgerschule war. Eine der Töchter von Franz mit dem Namen Flora weilte eine zeitlang in Wien, wo sie unter Obhut ihrer bekannten und einflussreichen Tante Gesangs- Schauspielunterricht nahm.
Über die letzten Lebensjahre von Frau Förster erfahren wir aus Notizen des Schauspielers Hugo Thimig und aus Florentines Autobiographie. Beide Quellen muss man jedoch mit Vorsicht genießen. Thimig tendierte dazu Ereignisse aus ihrem Leben eindrucksvoll aber künstlich aufzublasen. Sie selbst hatte ebenfalls den Hang zur Selbstkreierung.

Thimig behauptet, dass die Schauspielerin ihr Vermögen peinlich genau aufgeteilt hatte, so dass ihr das Geld bis zum letzten Tag ihres Lebens ausgereicht hat. Unmittelbar vor dem Tod soll sie sich einen Apfelstrudel gewünscht und mit Geschmack verzehrt haben.
Die bekannte Schauspielerin aus Rosenberg bemühte sich den Eindruck zu erwecken, dass sie arm ist. Sie brachte sogar zwei Silbernadeln und eine Metallschüssel ins Pfandhaus. Dafür bekam sie 48 Kronen. Dies ist umso verwunderlich, wenn man bedenkt, dass ihr Jahreseinkommen fünf Tausend Kronen betrug. Ein recht großes Erbe fiel nach ihrem Tod in die Hände einer Tochter ihres Bruders Franz.
Ein Element ihrer Selbstkreierung war höchstwahrscheinlich die Behauptung, dass Florentine Jarklowski Analphabetin war. In ihrer Autobiographie, die sie ihrem befreundeten Anwalt Dr. Heinrich Modern diktiert hat, wurde notiert, dass sie weder eine Schule besucht hatte noch irgendwann einen Lehrer hatte. Man kann vermuten, dass dies für eine so intelligente und sensible Person kein Hindernis war Schreiben und Lesen zu lernen.

Sie starb am 20. Januar 1905 in Wien. Ihr Grab befindet sich aber auf dem Friedhof in Gotha. Das ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass sie sich gewünscht hat, eingeäschert zu werden. Die einzige Anstalt, die das damals gemacht hat, befand sich in diesem Ort. Daher wurde sie in Gotha beigesetzt.
Als Schauspielerin und Person, die einen berühmten Schauspieler, Regisseur und Theaterdirektor lanciert hatte, hatte sie das Theaterleben ihrer Epoche stark beeinflusst.
Tłum. Elf

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