reklama

Ich wollte ihm Danke sagen

Krzysztof Ogiolda
Krzysztof Ogiolda
Zaktualizowano 
Geschichte. Herr Zygmunt Rutkowski aus Oppeln sucht einen deutschen Oberschlesier, der 1944 ihm und seinen Freunden in Łuczyce bei Krakau das Leben gerettet hat.

Zygmunt Rutkowski ist heute 85 Jahre alt. Er ist Rentner. Seit Juni 1945 lebt er im Oppelner Schlesien, zuerst in Neustadt, dann in Oppeln. In all diesen Jahren trug er diese Kriegsgeschichte in sich. Er hat sich vor ein paar Tagen entschlossen diese einem NTO-Journalisten zu erzählen.

"Ich muss mich in die Kriegszeit zurückversetzen", sagt Zygmunt Rutkowski. "Damals lebte ich in Krakau und besuchte eine Industrieschule, heute würden wir es eine Berufsschule nennen. Nur solche Schulen waren für Polen zugängig. Außer dem Unterricht hatten wir noch in der Werkstatt gearbeitet. Die Maschinen wurden in einer ehemaligen Synagoge aufgestellt. Das Gebäude hat den Krieg überstanden und steht noch heute. Als es klar war, das die Front näher rückte, wurde der Unterricht unterbrochen. Wir, junge Leute, waren insbesondere im Visier der Deutschen nach dem Warschauer Aufstand. Sie haben alles unternommen, um etwas Ähnliches in Krakau zu verhindern.

Damit die Jugend keine Zeit für Verschwörungspläne hat, wurde sie zur Arbeit beim Bau von Panzerabwehrgräber u.ä. gezwungen. Für Mitglieder solcher Kolonnen wurden spezielle Ausweise ausgestellt, und eine abgeleistete Schicht mit einer Stempel mit Datum bestätigt.

"Diese Ausweise und Bestätigungen waren bei den häufigen Kontrollen in der Kriegsrealität von Bedeutung", erinnert sich Herr Rutkowski. "Wer für den gegebenen Tag einen Stempel hatte, durfte ohne Probleme in der Stadt spazieren und musste vor Razzien keine Befürchtung haben. Wer geeignete Papiere hatte, wurde von den Gendarmen sogar nachmittags oder nachts losgelassen. Wir haben die Ortschaften bei Krakau mit dem Zug erreicht und ich muss wohl nicht erklären, dass wir es sehr ungern gemacht haben, weil wir ja dazu gezwungen wurden. Und die Arbeit war sehr schwer."
Trotz der vergangenen Zeit kann sich Zygmunt Rutkowski an ein etwas makabres Gedicht erinnern mit dem sie sich um sechs Uhr in der Früh Mut gemacht haben:
Ob jemand Lust hat oder nicht, muss los.
Ein Spaten in die Hand, zehn Zigaretten
für diese Schufterei, das ist sein Los.
Ist der Krieg vorbei, hat man ein Fach in der Hand
Wird ein jeder zum Totengräber in der Friedenszeit.

Der damals siebzehnjährige Rutkowski war mit einer Gruppe von Jungs befreundet. Sie waren unzertrennlich. Die Freundschaft hat den Krieg überdauert und trotz der vergangenen Zeit kann der Rentner noch alle Namen und die Lebensgeschichten seiner Freunde schildern. Im Oktober 1944 haben sie ein Abenteuer gewagt, welches sie fast das Leben gekostet hätte.
"Auf dem Weg zur Arbeit haben wir aus den Fenstern des Zuges einen trigonometrischen Punkt, der über dem Wald stand gesehen, vielleicht war es nur ein Kanzelturm", erinnert sich Herr Rutkowski. "Mir scheint, dass dieser etwa 80 Meter hoch sein könnte. Für uns, für junge Menschen, schien dieser noch höher zu sein als er in Wirklichkeit war. Und ich kann es nicht beurteilen, weil ich mich nie wieder in all den Jahren getraut habe an diesen Ort zurückzufahren. Wir sind in Łuczyce ausgestiegen und sind zu Fuß Richtung Kanzelturm gegangen. Der Gedanke die Umgebung von einer großen Höhe sehen zu können war sehr verlockend."

Die neugierigen Jungen ließen sich weder von dem langen Marsch durch den Wald, noch von den zum Teil gebrochenen Leitern und Stützen, die man hochklettern musste, aufhalten. Sie sind an die Spitze des Turms angekommen.
"Da kam einer von uns auf die Idee ein Tuch, wie eine Fahne oben aufzuhängen", erinnert sich Zygmunt Rutkowski. "Wir haben uns mit den Halstüchern vor der Sonne während der Arbeit geschützt. Ich kann mich heute nicht mehr erinnern, welche Farbe es hatte, aber man konnte es sicher vom weiten sehen."
Als die Jungen noch oben die Aussicht und ihre Jugend genossen, wartete unten am Turm eine recht große bewaffnete Militärstreife mit Hunden.

"Ich war trotz meiner 17 Jahren der größte von den sechsköpfigen Gruppe", meint Herr Rutkowski. "Der Befehlshaber ernannte mich sofort zum "Häuptling der Banditen" und hat uns vorgeworfen, dass wir das Tuch ausgehängt hätten, um Kontakt zu den Partisanen aufzunehmen und ihnen beizutreten. Sie waren wütend, sie schrien, dass vor nur zwei Tagen vier von ihren Kameraden in der Gegend erschossen wurden."

Vielleicht lag da was im Busche, denn in der Umgebung von Łuczyce - einem Dorf nur etwa 18 Kilometer von Krakau entfernt gab es tatsächlich Partisanenabteilungen. In der Geschichte dieses kleinpolnischen Dorfes kann man auf der Internetseite der heutigen Johannes Paul II. Grundschule u.a. nachlesen, dass aus diesem Ort Soldaten der II. Abteilung der Bauernbataillone, die von Zygmunt Kaługa, Pseudonym "Kercz" angeführt wurden sowie Mitglieder der Bahnkolonne von Józef Nowotny, Pseudonym "Jednoręki" stammten.

Die auf dem Turm auf frischer Tat ertappten jungen Krakauer hatten davon keine Ahnung gehabt. Sie zweifelten auch nicht daran, dass sie aus dieser Situation nicht heil kommen würden.
"Vielleicht hing es mit der Warschauer Aufstand zusammen, aber ich kann mich noch gut daran erinnern, dass von Inhaftierung oder Konzentrationslagen gar keine Rede war", meint Herr Rutkowski. "Wir sollten erschossen werden. Wir hatten schreckliche Angst. Manche von uns waren gerade mal fünfzehn. Jemand fing laut zu weinen an. Und in diesem Moment griff der Mensch ein, der uns das Leben gerettet hat. Einer von den Soldaten, ein junger Kerl, wie wir, in einer einfachen Uniform ohne Rangabzeichen, unbewaffnet - das fiel uns auf, bei der Vernehmung die Rolle des Übersetzers übernommen hat. Doch sehr rasch ging er über seine Rolle hinaus. Er sprach Deutsch und Polnisch gleich gut. Er fing die anderen davon zu überzeugen, dass wir unschuldig sind, dass wir nichts Böses machen wollten, sondern nichts weiter als während der Arbeit einen Ausflug in den Wald unternommen hätten.

Das hat geholfen. Die Soldaten haben den Jungen befohlen, so schnell wie möglich nach Łuczyce zurückzukehren, in den Zug zu steigen, Richtung Krakau zu fahren und uns nie wieder den Kanzelturm anzuschauen. Sie haben eifrig diesen Befehl befolgt. Ihr Retter hat nur geschafft ihnen zu sagen, dass er ein Oberschlesier ist und bestätigt, dass er ihnen das Leben gerettet hat. Er hat nicht verheimlicht, dass er deswegen seine Genugtuung hatte.

"Wir sind schnell weggelaufen, damit es sich die Deutschen nicht anders überlegen, meint der Oppelner Rutkowski. "Ich habe ihn weder nach dem Namen noch Vornamen gefragt. Die Zeit reichte nicht mal aus, um sich bei ihm so zu bedanken, wie er das verdient hätte. Ich weiß nicht aus welchem Teil Schlesiens er stammt. Aber wenn ich noch lebe, dann hoffe ich, dass er auch noch am Leben ist. Ich habe in all diesen Jahren oft an ihn gedacht. Insbesondere im Ruhestand, da hat man viel Zeit dazu. Vor kurzem sogar als es über die Oberschlesische Tragödie viel gesprochen wurde. Man sprach auch darüber wie sich die Oberschlesier während des Krieges verhalten haben. Man hat darüber diskutiert, ob sie Opfer sind oder nicht. Damals habe ich beschlossen zu NTO-Zeitung zu gehen und meine Geschichte zu erzählen. Vielleicht lebt dieser Mensch im Oppelner Land, liest es und wird erfahren, dass seine Tat nicht vergessen wurde. Vielleicht wird sich jemand von seinen Verwandten melden, denen er die Geschichte erzählt hatte. Auch wenn er aus einem anderen Teil Schlesiens kommt, oder sein Schicksal ihn irgendwo weit hin geführt hat, vielleicht findet er den Text im Internet. Wenn sich unser Retter meldet, werde ich ihm das alles sagen, was ich immer gefühlt habe: Ich werde ihm aufrichtig danken. Tłum. ELF

Flesz - nowi marszałkowie Sejmu i Senatu, sukces opozycji

Wideo

Rozpowszechnianie niniejszego artykułu możliwe jest tylko i wyłącznie zgodnie z postanowieniami „Regulaminu korzystania z artykułów prasowych”i po wcześniejszym uiszczeniu należności, zgodnie z cennikiem.

Komentarze

Ta strona jest chroniona przez reCAPTCHA i obowiązują na niej polityka prywatności oraz warunki korzystania z usługi firmy Google. Dodając komentarz, akceptujesz regulamin oraz Politykę Prywatności.

Podaj powód zgłoszenia

Nikt jeszcze nie skomentował tego artykułu.
Dodaj ogłoszenie

Wykryliśmy, że nadal blokujesz reklamy...

To dzięki reklamom możemy dostarczyć dla Ciebie wartościowe informacje. Jeśli cenisz naszą pracę, prosimy, odblokuj reklamy na naszej stronie.

Dziękujemy za Twoje wsparcie!

Jasne, chcę odblokować
Przycisk nie działa ?
1.
W prawym górnym rogu przegladarki znajdź i kliknij ikonkę AdBlock. Z otwartego menu wybierz opcję "Wstrzymaj blokowanie na stronach w tej domenie".
krok 1
2.
Pojawi się okienko AdBlock. Przesuń suwak maksymalnie w prawą stronę, a nastepnie kliknij "Wyklucz".
krok 2
3.
Gotowe! Zielona ikonka informuje, że reklamy na stronie zostały odblokowane.
krok 3