Zur heiligen Anna kommt man auch, um Identität zu stärken

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Die Minderheiten trafen sich am Sonntag zur Minderheitenwallfahrt. Einen mehrsprachigen Gottesdienst (in Polnisch, Deutsch, Latein und in der Sprache der Roma) zelebrierten der Oppelner Bischof Andrzej Czaja und der Weihbischof der Diözese Paderborn Matthias König.

An der Wallfahrt nahmen Mitglieder der Minderheit mit ihren Führungskräften teil. Es sind auch traditionell Gäste aus Deutschland angereist – Vertreter der Landsmannschaften aus München und Nürnberg wie auch die deutsche Konsulin in Oppeln Birgit Fisel-Rösle, der deutsche Botschafter in Warschau Rolf Nikel und der Bundesbeauftragte für Minderheiten- und Aussiedlerfragen Dr. Bernd Fabritius.

Während der Wallfahrt wurde an den 30. Jahrestag der Wiedereinführung der Gottesdienste in deutscher Sprache durch Erzbischof Alfons Nossol in Sankt Annaberg (am 4. Juni 1989) erinnert.

- Dieses Erlebnis werde ich nie vergessen - sagt Herr Helmut aus Groß Strehlitz. „Ich fand keinen Platz mehr in der Basilika und stand auf dem Paradieshof, doch ich konnte die Gebete und den Gesang in der Sprache des Herzens – wie der Erzbischof damals sagte - gut hören. Als in dieser Sprache das Lied „Sankt Anna, voll der Gnaden” erklang, liefen mir die Tränen übers Gesicht. Und ich schäme mich dessen nicht. Fast alle, die damals neben mir standen, haben geweint.

Vor der heiligen Messe sprach der VdG-Vorsitzende Bernard Gaida in Deutsch und im „wasserpolnischen“ Dialekt: - Wir sind heute hier, auf dem Sankt Annaberg, nicht nur als Zeugen unseres Glaubens, sondern auch als Oberschlesier und Deutsche zugleich. Oder Roma.

Wir legen hier Zeugnis unserer Sprache, Tradition und Geschichte ab. Das alles zusammen macht uns zu denen, die wir sind. Nach dem Krieg wurden unsere Sprache, Tradition und Geschichte die ganze Zeit mit den Füßen getreten, ausgerottet und aus unseren Herzen herausgerissen. Man hat uns eingeredet, dass wir uns der deutschen Sprache und Kultur schämen und nicht rühmen müssen. Wir müssen uns aber als Oberschlesier auch in die eigene Brust schlagen. Weil in tausenden Familien nicht nur aus Angst, sondern auch weil wir uns das einreden ließen, so viele verlorene Identitäten haben. Wir müssen viel Courage haben und hinter unseren Werten felsenfest stehen. Wir müssen unsere Geschichte erzählen, andere Sprache sprechen, unsere Traditionen pflegen. Doch dabei den anderen es nicht verbieten. Dazu braucht man Courage, Kraft und Weisheit. Und darum wollen wir heute hier beten.

Im Namen der Roma – in ihrer Muttersprache und in Polnisch – sprach Helena Łakatosz aus Brieg. - Wir Roma sind dankbar, dass wir mit anderen Pilgern in Sankt Annaberg beten können. Wir bringen an diesen heiligen Ort unser Gebet und die Schönheit unserer Kultur. Wir danken Gott für seine Obhut über unsere Familien. Wir bitten darum, dass wir Roma weiterhin unsere Kultur, Bräuche und Traditionen pflegen und dass unsere Kinder in einer sicheren Gesellschaft aufwachsen können. Wir wollen auch der Roma gedenken, die im Zweiten Weltkrieg ermordet und in namenlosen Gräbern verscharrt wurden. Die Erinnerung an sie ist unsere Pflicht. Nie wieder dürfen solche Verbrechen gegen irgendeine Nation verübt werden. Heilige Anna, behüte uns und jeden Bewohner des Vaterlandes.

Bischof Andrzej Czaja erinnerte daran, dass vor 30 Jahren das Feiern der deutschsprachigen Messen wiedereingeführt wurde. Er bedankte sich dafür beim Erzbischof Alfons Nossol, dem Oppelner Bischof in Ruhestand. Er wandte sich an die deutsche Minderheit und die Roma-Minderheit sowie an die Oberschlesier, Mitglieder des (Ober)schlesischen Vereins (Ślonsko Ferajna): „Christus ruft uns heute, am Christi Himmelfahrt-Fest, dazu auf: „Seid meine Zeugen überall auf der ganzen Welt“. Mögen diese Worte Christi zu unserer Aufgabe werden. Lebt im Glauben an Jesus Christus und gebt den Kindern und Jugendlichen den Glauben in deutscher Sprache, der Sprache der Roma und in unserer Sprache, dem „wasserpolnischen“ Dialekt, weiter. Tragen wir den Glauben in die Öffentlichkeit, damit die Kraft des Heiligen Geistes das Antlitz der Erde erneuern kann.

Zur Verkündigung des Evangeliums rief in der Predigt Bischof König auf. - Die Tragik unseres Glaubens in Deutschland ist, dass wir Christen gar nicht mehr daran glauben, dass wir andere für unseren Glauben gewinnen und begeistern können. Dabei können wir unseren Mitmenschen und dieser manchmal verrückten Welt so viel anbieten. Der Glaube gibt Sinn und bringt Hoffnung mit sich. (…) Viele Oberschlesier brachten den Glauben mit in den Westen. Was wären unsere Gemeinden im Ruhrgebiet ohne jene, die dort eine neue Heimat gefunden haben.

Am Ende der Liturgie richtete der deutsche Botschafter Rolf Nikel auch im Namen des deutschen Bundespräsidenten ein Grußwort an die Pilger. Er erinnerte daran, dass er oft bei dieser Wallfahrt zu Gast ist, an einem Ort, wo in der Geschichte Polen und Deutsche aus patriotischen Gründen ihr Leben opferten, aber von dem zugleich seit 500 Jahren eine Botschaft des Friedens und der Versöhnung kommt.

Dr. Bernd Fabritius begann seine Ansprache mit der Übermittlung des Grußwortes der Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Mitglieder der Bundesregierung. Er rief noch einmal den 30. Jahrestag der Wiederkehr der Liturgie in deutscher Sprache am Sankt Annaberg in Erinnerung, die zu einem Symbol für Umbruch nach der Zeit der kommunistischen Versklavung wurde. Er dankte Erzbischof Nossol für seinen Mut. Er erinnerte daran, dass Sankt Annaberg eine jahrhundertelange Tradition der zweisprachigen Seelsorge hat. Ohne diese Tradition kann man sich die Existenz Schlesiens nicht vorstellen.

- Ich danke so hochrangigen Vertretern der deutschen Regierung für die Worte der Anerkennung und des Respekts für Erzbischof Alfons Nossol. Indirekt ist es zugleich eine Anerkennung für die Kirche und deren Beitrag zur Versöhnung - sagte zum Abschluss Bischof Czaja. - Die Rolle der Kirche wird heute gering geschätzt. Manchmal möchte man ihre Autorität zerstören. Nur wer wird dann um Versöhnung rufen, um ein Leben im Geiste des Evangeliums.

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