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Die Strategie der Minderheit mit Leben erfüllen

Krzysztof Ogiolda
Krzysztof Ogiolda
Zaktualizowano 
Konferenz. Deutsche aus ganz Polen diskutierten auf dem Sankt Annaberg über die Qualität der Bildung, Aufbau der Eliten in den Strukturen der deutschen Minderheit und die Ergebnisse der Volkszählung.

Das vergangene Wochenende war für die deutsche Minderheit besonders intensiv. Am Sonntag trafen sich deren Mitglieder auf dem Sankt Annaberg anlässlich der traditionellen Minderheitenwallfahrt. Am Freitag und Samstag fand im Pilgerheim die Verbandsratsitzung des Vereins deutscher sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen und die Konferenz "Deutsche in Polen. Aktueller Stand und Zukunftsperspektiven".

Die Delegierten zerbrachen sich bei der Verbandsratsitzung u.a. den Kopf darüber, wie man die Kommunikation zwischen den fast 500 Begegnungsstätten der deutschen Minderheit landesweit verbessern kann.

"Dieses Ziel kann mithilfe eines aus den Mitteln des Ministeriums des Innern der Bundesrepublik Deutschland finanzierten Internetportals realisiert werden. Dieses wird eine Kommunikationsplattform für alle Mitglieder des VdG bilden", sagt Bernard Gaida, Vorsitzender des Verbandes deutscher Gesellschaften in Polen. "Das Portal startet im September. Sein Ziel ist eine beiderseitige Kommunikation - nicht zwischen den Führungsgremien und den Ortsgruppen sondern auch umgekehrt. Auf dem Portal wird nämlich jeder die Gelegenheit bekommen seine Gedanken, Projekte, Fotos usw. ins Netz zu stellen".

Ein anderes geplantes Mittel um die Kommunikation zu verbessern, ist die Erhöhung der Zahl der Delegierten von 18 auf 70, damit auch kleinere Organisationen außerhalb Oberschlesiens über wichtige Sache für die Deutschen in Polen mitentscheiden können.

Während der Konferenz über den aktuellen Stand und Zukunftsperspektiven der Deutschen in Polen wurde u.a. über die Nutzung der rechtlichen Möglichkeiten der Minderheitenbildung und den Vorteilen der Zweisprachigkeit diskutiert. Das Resümee des Symposiums waren die Stellungnahmen der beiden Führungspersonen - Bernard Gaida und Norbert Rasch - zur Entwicklungsstrategie der deutschen Minderheit, die eine rege Diskussion im Saal hervorgerufen haben.

Am Anfang der Diskussion stellte sich heraus, dass die Inhalte der Strategie nur etwa 10 Prozent der Versammelten im Saal kennen.

"Ich war weder überrascht noch erschrocken", sagt Bernard Gaida. "Noch vor 20, 30 Jahren war die Arbeitsweise mit Dokumenten dieser Art überhaupt nicht bekannt. Außerdem ist es ein langes Dokument, welches schwierig zu lesen ist. Wir möchten es von einer anderen Seite näher bringen. Bei der Realisierung der Konsolidierungprojekte muss sich jeder, der sich um Geldmittel für irgendein Projekt bemüht dazu verpflichten, bei der Antragstellung zu begründen, dass das Projekt mit irgendeinem Ziel der Strategie zusammenhängt".

Eines der wichtigsten Postulate, die das Dokument beinhaltet ist die Qualität der Bildung.
"Für mich macht die Qualität des Deutschunterrichts als Minderheitensprache das alles aus, was über den Deutschunterricht hinausgeht", meint Norbert Rasch. "Um Identität zu prägen reicht es nicht nur Geburtstag statt Namenstag zu feiern. Es bedarf etwas mehr. Bevor man anfängt Eichendorff zu lesen, lohnt es sich die Identität von klein auf zu prägen. Bereits mithilfe von Märchen oder Comics, auch jener, die vom Oppelner Artur Klose gestaltet wurden".

Nach Meinung von Bernard Gaida hängt die Verbesserung der Bildungsqualität sehr eng mit dem Übergang auf die höhere Gesetzesstufe, also vom Deutschunterricht als Fremdsprache oder Minderheitensprache zum zweisprachigen Unterricht zusammen. Und in der Zukunft, auch fernerer Zukunft, zu Schulen mit Deutsch als Unterrichtssprache.
"Zweisprachiger Unterricht wird sofort die Qualität der Bildung steigern", meint der Vorsitzende des VdG. "Wenn Deutsch in vier Fächern zur Unterrichtssprache wird, dann wird die Sprache nicht zum Unterrichtsziel dienen, sondern dazu, was sie wirklich ist - zum Kommunikationsmittel. Und das unabhängig davon, ob der Schüler in deutscher Sprache Biologie und Geographie oder Religion und Musik lernt.

Die Teilnehmer bei der Konferenz waren sich einig, dass für die Werbung der Zweisprachigkeit sehr viel das Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit beigetragen hat, durch Treffen mit den Eltern und Vorbereitung von entsprechenden Publikationen".

Doch bei den Mitgliedern der deutschen Minderheit gibt es in diesem Kontext auch andere Stimmen. "Meine kleinen Kinder sind zweisprachig, doch was nun? - fragen immer öfter Eltern, die Deutsch gut sprechen. "Ich habe sowieso keine Möglichkeit das Kind an eine zweisprachige Schule zu schicken, weil die zweisprachige Bildung sich immer noch in der Projektphase befindet. Die zweisprachige Bildung ist immer noch nur ein Projekt, nur eine Idee und nur ein Plan, aber keine Wirklichkeit. Zweisprachige Schulen fehlen immer noch".

"Man kann nicht alles ausschließlich "von oben" erledigen - antwortet auf ähnliche Stimmen Bernard Gaida. "Ich ermutige diese Eltern dazu, die Dinge in eigene Hand zu nehmen. Sie sollen sich mit ihren Bedürfnissen an die Schulleitung in ihrem Heimatort wenden und wenn es nötig ist, versuchen Vereinsschulen zu gründen. Gewisse Erwartungen können von der öffentlichen Bildung nicht gedeckt werden. Wer seinen Kindern etwas "mehr" bieten möchte, gründet Schulen - katholische, Minderheitenschulen u.a.

Ein wesentliches Ziel der Strategie ist auch die Erarbeitung eigener Eliten der deutschen Minderheit.
"Deren Vorbereitung klappt bestimmt gut auf der Ebene der Kinder, z. B. mithilfe der Samstagskurse", meint Norbert Rasch. Bei den Jugendlichen und Erwachsenen haben wir Probleme talentierte Menschen herauszusuchen und zu unterstützen. Der Bund der Jugend der Deutschen Minderheit schult jedes Jahr in Leba junge Führungskräfte. Es ist sehr wichtig. Aber diese Führungskräfte kehren zurück und sind oft nicht in der Lage in ihrer Umgebung Leute für sich zu gewinnen und das ist doch die Aufgabe von Eliten".
Bernard Gaida hält für die Elite der Minderheit einen breiten Kreis von Personen, die den intellektuellen Hintergrund der Minderheit bilden.

"Ich verbinde diese Elite mit keinem konkreten Bildungsgrad", sagt Gaida. "Es geht eher um Scharfsinnigkeit und Offenheit auf Einsichten der Anderen, die Bereitschaft zum Gespräch und Diskussion, einen konstruktiven Streit, weil dieser jede Gruppe belebt".
Es fällt schwer angesichts dieser Aussage eine gewisse Reflexion zu äußern. Wenn man nämlich angesichts der Definition von Gaida den Verlauf der letzten Delegiertenversammlung der SKGD in Proskau betrachtet, muss man zu der Schlussfolgerung kommen, dass diese nicht übertrieben elitär war. Sie erinnerte eher an den "Stummen Sejm". Die Diskussion war dürftig, und einen schaffenden Streit um die Zukunft der Gesellschaft gab es fast gar nicht. Die Mehrheit der Delegierten hat überhaupt nicht versucht das Wort zu ergreifen.

Seinen Platz in der Strategie der deutschen Minderheit hat auch die Minderheiten-seelsorge. Insbesondere jene auf der Ebene der Pfarrgemeinde. Immer öfter sind in den Kreisen der Minderheit Stimmen zu hören, dass die Gläubigen von ihren Seelsorgern mehr Unterstützung erwarten, insbesondere, wenn es um unmittelbar mit der Seelsorge verbundene Handlungen geht.

"Die Zusammenarbeit mit der deutschen Minderheit wäre doch gleichzeitig die Zusammenarbeit mit dem oberschlesischen Volk", meint Norbert Rasch. "Wenn beispielweise die Teilnahme des Pfarrers an der Minderheitenwallfahrt auf dem Sankt Annaberg sich nur darauf begrenzt, die Information von der Kanzel zu vermelden, dann wird es keine große Wirkung haben. Es bedarf der Ermunterung seitens des Pfarrers und eventuell einer gemeinsamen Teilnahme der Pfarrgemeinde bei der Minderheitenwallfahrt auf den Sankt Annaberg. Doch ich fürchte, dass die einigen organisierten Fahrten zu der Minderheitenwallfahrt eher vom örtlichen DFK als von der Pfarrgemeinde organisiert wurden. Ohne Unterstützung, Ermunterung, Hinweis, dass es ein wichtiges Ereignis auch für unsere Seelsorger ist, wird die Minderheitenwallfahrt weiterhin schrumpfen. Es wäre schade, diese seelsorgerische und gesellschaftliche Chance, welche sie darstellt, zu vergeuden. Tłum. Elf

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