SKGD ist dreißig Jahre alt und reif geworden

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Krzysztof Ogiolda
Die Eröffnungsfeier des Jubiläumsjahres fand am letzten Sonntag in Rosenberg statt. Dort war am 23. Januar 1990 die erste Organisation der deutschen Minderheit in der damaligen Woiwodschaft Tschenstochau registriert worden.

Die Rosenberger Feierlichkeiten begannen auf dem städtischen Friedhof, wo Vertreter der deutschen Minderheit an den Gräbern der Gründungsmitglieder Anne Marie Jaskula, Jan Jaron und Werner Wilczek Blumen niederlegten und für die Verstorbenen beteten.
Die Heilige Messe in der Fronleichnam-Kirche zelebrierte Minderheitenseelsorger Pfarrer Dr. Piotr Tarlinski. Sein Konzelebrant war Prälat Zbigniew Donarski, langjähriger Pfarrer in Rosenberg, der als erster Gottesdienste in der „Sprache des Herzens” vor Ort feierte.

In seiner Predigt unterstrich Pfr. Tarlinski, dass die Mitglieder der Minderheit lange Jahre auf die Möglichkeit zur offiziellen Rückkehr zu ihren deutschen Wurzeln, Kultur und Sprache gewartet haben. Dreißig Jahre legaler Tätigkeit der SKGD ist also eine Gelegenheit, um Gott für die Freude der Freiheit zu danken.

Er ermahnte die Mitglieder der deutschen Minderheit, ihre Sprache, Identität und Kultur zu erhalten und dabei mit der polnischen Mehrheit zusammenzuarbeiten.

- Bleibt frei und seht euch mit Genugtuung das an, was erreicht wurde - riet Tarlinski. Er verglich die Tätigkeit der Minderheit mit einem großen, schön sanierten Haus und warnte vor einer kleinlichen Suche nach geringen Flecken irgendwo unten an der Fassade. Indem er an eine Aufschrift an einem am Handgelenk getragenen Band der Franziskaner-Jugend „Es geht nicht, gibt’s nicht” anknüpfte, ermutigte er die Mitglieder der deutschen Minderheit zum Ausdauer in der täglichen Arbeit .

Der dritte Teil der Feierlichkeiten fand im Städtischen Kulturhaus statt.

- 30 Jahre, das ist reifes Alter - sagte der SKGD-Vorsitzende Rafał Bartek. - Als ich Ministrant war, riet uns mein Pfarrer, dass wir bis 30 heiraten sollten. Der Auftakt der Jubiläumsfeierlichkeiten findet in Rosenberg statt, weil hier die ersten SKGD-Strukturen in der damaligen Woiwodschaft Tschenstochau registriert wurden. In Oppeln fand die Registrierung drei Wochen später, am 16. Februar 1990, statt. Wir haben ein Datum dazwischen gewählt. Wir betonen, dass wir eine Gemeinschaft der deutschen Minderheit sind und zwar unabhängig von den Verwaltungsgrenzen in der Vergangenheit. Wenn man die Aussagen der Begründer der deutschen Minderheit liest, dann sagten sie – genauso wie wir -, dass die Sprache am wichtigsten ist. Ohne die Sprache gibt es keine Identität. Sie wussten, dass es unter der deutschen Minderheit eine Generation gibt, die die Sprache nicht beherrscht. Sie wussten, dass es nicht leicht sein wird. Polen ist heute ganz anders als damals, doch unsere Ziele haben sich nicht verändert. Wir äußern uns heute sehr ähnlich.

Sejmabgeordneter Ryszard Galla unterstrich, indem er Stimmen aus den Gesprächen mit polnischen Parlamentariern zitierte, dass die deutsche Minderheit als eine sehr gut organisierte Gemeinschaft gilt. Er rief zur kreativen Fortsetzung dessen, was vor 30 Jahren seinen Anfang nahm.

Bernard Gaida, der Vorsitzende des VdG, erinnerte daran, dass die organisierte deutsche Minderheit ihren Beitrag zur Gründung des Kreises Rosenberg lieferte. Die Errichtung des Kreises Rosenberg verhalf wiederum einige Jahre später dazu, das Bestehen der Woiwodschaft Oppeln zu verteidigen. Er erinnerte auch an die Versöhnungsmesse in Kreisau. Neben dem allgemein bekannten Transparent von Richard Urban mit der Aufschrift “Helmut, Du bist auch unser Kanzler”, weckte auch ein anderes Transparent sein Interesse, die Aufschrift auf diesem lautete “Wir fordern deutsche Schulen”.

- Seitdem haben sich Polen und Europa verändert, doch dieses Postulat bleibt immer noch aktuell - sagte der VdG-Vorsitzende. - Immer noch – wie damals – haben wir keine einzige Schule mit Deutsch als Unterrichtssprache. Und wir möchten hundert davon haben. Wie die Polen in Litauen.

Der Groß Strehlitzer Landrat Józef Swaczyna erinnerte daran, dass der Ausgangspunkt für die Tätigkeit der Minderheit inoffizielle Treffen waren.

- Wir trafen uns u.a. in Groß Neukirch und in Zawada bei Peiskretscham. Die Besucherzahl war groß und der Enthusiasmus noch größer. Dieser fehlt uns heute. Doch wir hatten auch Angst. In Zawada haben wir mit dem Hausherrn, Herrn Friedrich, vereinbart, dass falls die Miliz kommt (damals gab es noch keine Polizei), alle sagen werden, dass wir bei ihm seinen Geburtstag feiern.

- Die Minderheit hätte ihren besonderen Charakter ohne ihre Kommunalpolitiker, die Ratsmitglieder, die Gemeindevorsteher, die Bürgermeister, nicht gehabt. Wir haben auch einen Marschall der Woiwodschaft Oppeln von der Minderheit. Polen hat sich in den drei Jahrzehnten verändert, doch wir, Deutsche, sind uns treu geblieben. Es ist schade, dass wir heute wieder um den Deutschunterricht ringen müssen. Hier, mitten in Europa, nach so vielen Jahren der Existenz und Tätigkeit der Minderheit- sagte er.
Glückwünsche für die Minderheit gab es zum 30. Gründungsjubiläum von der deutschen Konsulin in Oppeln Birgit Fisel-Rösle, dem Rosenberger Landrat Roland Fabianek, dem Mitglied des Woiwodschaftsvorstandes Szymon Ogłaza (er hob den Beitrag der Minderheit zum Aufbau der Selbstverwaltung und der Bürgergesellschaft hervor) und dem Rosenberger Bürgermeister Sylwester Lewicki - er wies auf die harmonische Zusammenarbeit mit der deutschen Minderheit hin.

Die Veranstaltung schloss eine Podiumsdiskussion zum Thema „Deutsche Kultur und Sprache – gestern, heute und morgen“ ab. Diskutiert haben Sylwia Kus, Beata Fiola, Mattheus Czellnik und Rafał Bartek.

Sie unterstrichen den Einfluss des Elternhauses auf die Weitergabe der deutschen Identität und die Bedeutung der schulischen und außerschulischen Bildung für die Beherrschung der deutschen Sprache. Sie appellierten um einen generationsübergreifenden Dialog in den Strukturen der Minderheit und um mehr Mut, im Alltag Deutsch zu sprechen. Dies gilt sowohl für die Hausgemeinschaft als auch für die Treffen in den DFK-Ortsgruppen.

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