Die Mehrheit der Deutschen in Polen sind Schlesier

Krzysztof OgioldaZaktualizowano 
Gespräch. Bernard Gaida, Vorsitzender des Verbandes der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen.

- Beim Zensus im Jahr 2002 haben über 150 Tausend Personen die deutsche Nationalität angegeben. Bei der Volkszählung im vergangenen Jahr waren es nur noch 109 Tausend. Wo sind die 40 Tausend Deutsche in Polen geblieben?
- Nirgendwo. Ich bin überzeugt, dass sich die Zahl der in Polen lebenden Deutschen grundsätzlich nicht geändert hat. Ihre Weise sich selbst zu bezeichnen hat sich lediglich verändert. Und wenn wir das Ergebnis der beiden Volkszählungen vergleichen, machen wir einen grundsätzlichen Fehler, weil diese nicht vergleichbar sind. Die letzte Volkszählung bezog sich auf 20 Prozent der Bevölkerung. Die vor zehn Jahren umfasste die ganze Bevölkerung. Im Jahr 2011 haben Befragte zwei und nicht nur eine Frage nach der Nationalität beantwortet. Letztendlich haben sich drei Befragungsmethoden beim Zensus überlappt, was auch das Ergebnis beeinflussen konnte.

- Aber es fehlt schwer zu verneinen, dass jene Mitglieder der deutschen Minderheit, die an erster Stelle die schlesische Nationalität angegeben haben, auch die Möglichkeit hatten -an zweiter Stelle - sich als Deutsche zu bezeichnen. Nur etwa 60 Tausend haben diese Möglichkeit wahrgenommen.
- Das bestätigt die Tendenz der Bewusstseinsänderung von einer eindeutigen Bekennung zur dessen Abstufung. Ich verneine nicht, dass die Zahl von klaren Antworten: Ich bin ein Deutscher, gesunken ist. Aber ich bin mir gleichzeitig sicher, dass es eine gewisse zahlenmäßig nicht endgültig identifizierte Gruppe gibt, die sich über das regionale schlesische Bewusstsein identifiziert, welches sehr offen für eine gemischte Grenzlandkultur, darunter den deutschen Kulturkreis und die deutsche Sprache offen ist.

- Womit erklären Sie die Tatsache, dass ein Teil der Personen, die sich zum Deutschtum bekennen dies nicht im Zensus zum Ausdruck brachten und blieben bei der Erklärung, dass sie Schlesier sind?
- Es stellt sich heraus, dass es immer noch schwer ist ein Deutscher in Polen zu sein, insbesondere für die Vertreter der jungen Generation. Eine günstige gesellschaftliche Atmosphäre und Akzeptanz für die deutsche Sprache in der Öffentlichkeit fehlt immer noch. Dessen Folgen sind nicht nur beim Zensus sichtbar geworden. Ein ähnliches Phänomen haben wir bei den Untersuchungen, die vom Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit für die Universität in Osaka durchgeführt wurden, beobachtet. Diese Untersuchungen wurden nur bei Mitgliedern der SKGD durchgeführt, die ihre Mitgliedsbeiträge zahlen. Nur etwa mehr als 20 Prozent haben sich als Deutsche bezeichnet. Alle anderen Befragten haben in verschiedener Art ein gemischtes Bewusstsein angegeben. Und ein beträchtlicher Teil hat sich nur als Schlesier bezeichnet. Das hat sie überhaupt nicht gestört gleichzeitig Mitglieder einer Organisation der deutschen Minderheit zu sein. Sie leben auf diese Weise ihr Schlesier- und Deutschtum aus.

- Die schlesische Nationalität haben beim Zensus 800 Tausend Menschen angegeben, ungefähr zur Hälfte als erste oder zweite Option. Wie viele von ihnen können Ihrer Meinung nach von der deutschen Minderheit als "ihre Leute" betrachtet werden?
- Ich werde mich nicht anstrengen diese Zahl abzuschätzen. Unsere Erfahrungen unterscheiden sich nicht von anderen nationalen Minderheiten in Europa: Man kann sie letztendlich nicht in Zahlen definieren. Wir sind auf Schätzungen verurteilt. Diese gestalten sich je nach Kontext anders. Sie sind unterschiedlich in Bezug auf die Volkszählung, sind anders wenn es um die Zahl der Anträge auf den deutschen Pass geht oder die Zahl der Bereitschaftserklärungen der Eltern, die möchten, dass deren Kinder Deutsch als Muttersprache lernen.

- Vielleicht ist es einfach so, dass die seit über 20 Jahren im freien Polen funktionierende deutsche Minderheit alltäglich wurde und an Attraktivität verloren hat und die Erklärung zum Schlesiertum neu und attraktiv ist.
- Das hatte sicherlich einen Einfluss darauf gehabt. Genauso wenn es um die Atmosphäre um den Zensus gibt. Durch verschiedene Vorfälle und Aussagen von Politikern hat die schlesische Option eine ungeheure Werbung bekommen. Andererseits sind steigende regionale Tendenzen für das zusammenwachsende Europa charakteristisch. Sie betreffen Polen und Deutsche in Polen. Aber ich möchte auch auf ein anderes Phänomen hinweisen. Wir verfügen noch nicht über Zensusergebnisse mit der Aufteilung auf Regionen. So wissen wir nicht, wie viele Bewohner des Oppelner Schlesiens in den vergangenen 10 Jahren aus der Region ausgewandert sind. Wenn es sich bestätigt, dass die Bewohnerzahl in der Region deutlich gesunken ist, z. B. um 100 Tausend Personen, dann muss auch, sogar etwas deutlicher die Zahl der Mitglieder der deutschen Minderheit gesunken sein. In den anderen Regionen ist es auch ähnlich. Ein weiterer wesentlicher Parameter ist das Absterben der ältesten Generation, bei der eine eindeutige Zugehörigkeit zum Deutschtum am größten ist.

- Und das Ergebnis war so und nicht anders: Die Zahl der Deutschen sank um 30 Prozent und die Zahl der Schlesier ist vier Mal so groß, wie vor zehn Jahren...
- Eine solche Gegenüberstellung ist falsch. Eine eindeutige Mehrheit der Mitglieder der deutschen Minderheit sind doch Schlesier. Es wäre schädlich, wenn man diese Gruppen unter Einfluss des Zensusergebnisses anfangen würde gegeneinanderzustellen. Wir lassen uns unser Schlesiertum nicht wegnehmen.

- Wenn es statistisch gesehen weniger Deutsche gibt, rechnen Sie damit, dass die Regierungen in Warschau und Berlin die Summen für die Finanzierung der deutschen Minderheit kürzen werden?
- Das sollte die Finanzierung erhöhen und nicht umgekehrt. Wir haben schon viel eher daran erinnert, dass die ruhmlose Zwangsassimilation zwar vorbei ist, aber die normale Assimilation ständig andauert. Wir haben bei Gesprächen am "Runden Tisch" den beiden Regierungen die Gefahren, welche die deutsche Minderheit in Polen empfindet, vorgestellt. Die Bildung hinkt. Genauer gesagt: Sprachbildung funktioniert, aber es fehlt an Bildung in deutscher Sprache. Die bisherige Politik des Staates gegenüber den Minderheiten - wenn man diese als Reichtum betrachtet - hat sich als unwirksam erwiesen. Der Schutz dieses Reichtums ist natürlich auch für uns als Minderheit eine Herausforderung. Aber wenn Ziel der Politik eines Staates gegenüber Minderheiten Schutz, Bewahrung und Entwicklung deren Identität sein soll, dann sollte ein solches Zensusergebnis die Bemühungen jenes Staates zugunsten der Minderheiten stärken.

- So möchten sie es haben. Und wie wird es sein?
- Ich hoffe, dass wir es schaffen sowohl die deutsche als auch die polnische Regierung von unseren Rechten zu überzeugen.

- Zweisprachige Ortsschilder stehen in Gemeinden, in denen die Minderheit laut der Volkszählungsergebnissen von 2002 mindestens 20 Prozent des Bevölkerungsanteils macht. Was wird mit ihnen nun passieren, wenn sich herausstellt, dass es in einer Gemeinde weniger Vertreter der Minderheit gibt?
- Diese Tafeln, die bereits stehen, werden an ihrem Platz bleiben. Diese Ortschaften wurden doch bereits ins Register der zweisprachigen Namen in Polen eingetragen.

- Und was ist mit den Tafeln, um die man sich gerade noch bemüht? Wird das Zensusergebnis einen Einfluss auf diese Prozeduren haben?
- Ich möchte daran erinnern, dass vor einem Monat die Vertreter der Minderheiten die Gemeinsame Kommission der Regierung und der nationalen und ethnischen Minderheiten auf die Unklarheiten bei der Durchführung des Zensus aufmerksam gemacht haben. Die Minderheiten in Polen - nicht nur die deutsche Minderheit - haben noch bevor die ersten Ergebnisse des Zensus bekannt wurden, zum Ausdruck gebracht, dass der Gebrauch der Ergebnisse auf eine solche Art durchgeführten Zensus für gesetzliche Zwecke in Frage gestellt ist. Man kann dazu mit den Zahlen, die wir kennen überhaupt im Kontext des Minderheitengesetzes und der zweisprachigen Ortsschilder kaum was anfangen. Es sind bisher nur die landesweiten Ergebnisse bekannt. Dabei werden die Ergebnisse aus den Gemeinden benötigt. Ich vermute, dass selbst das Zentralamt für Statistik die größten Probleme damit haben wird, wie man das Ergebnis eines doch bruchstückhaften Zensus auf Kreis- und Gemeindeebene umsetzen soll. Mathematische Methoden könnten sich in vielen Fällen als sehr problematisch erweisen.
Tłum. ELF

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