Ab September wird es neue zweisprachige Schulen geben

Krzysztof Ogiolda
Krzysztof Ogiolda
Schulbildung. In Dembio werden im kommenden September die Vorschulkinder und die Erstklässler das neue Schuljahr auf Polnisch und Deutsch beginnen. In Cosel-Rogau wird ein Verein, an dem die deutsche Minderheit beteiligt ist, die dortige Schule führen.

Die Öffentliche Grundschule in Dembio wird nach wie vor eine Bildungseinrichtung der Gemeinde-Selbstverwaltung bleiben. Allerdings wird die Schule, wie in dem Projekt, das vor drei Jahren von der Schuldirektorin Bożena Styrczewska geschrieben wurde, vorgesehen war, allmählich die Zweisprachigkeit einführen. Den Anfang werden der Kindergarten und die erste Klasse machen.

"Bereits vor drei Jahren haben alle Lehrer begonnen, intensiv Deutsch zu lernen", sagt die Schuldirektorin, "eine vollständig zweisprachige Schule werden wir allerdings erst im Jahr 2017 haben. Ab September werden die Unterrichtsstunden im Kindergarten und in der ersten Klasse von Lehrerinnen gegeben, die Germanistik und Früherziehung für Kindergarten und die ersten Grundschulklassen studiert und die bereits Erfahrungen mit der Arbeit mit kleinen Kindern gesammelt haben."

Es ist aber schon heute so, dass der Unterricht im Kindergarten in Dembio, sowohl in der jüngeren als auch in der älteren Kindergruppe, mehr bietet als die gewöhnlichen vier Stunden Deutsch als Muttersprache.

Der Beschluss des Gemeinderates, der den Schulsprengel aufheben und die Schule in Dembio zu einer zweisprachigen Schule machen wird, wird am Mittwoch, den 8. Februar, erwartet. Gleich danach wird es zu Treffen mit Eltern der potentiellen Erstklässler kommen und zwar nicht nur in Dembio.
"Wir wollen auch mit Eltern aus Chronstau, Derschau, Danietz und Dembiohammer sprechen" - sagt Frau Styrczewska - "um auch sie über unser Schulangebot zu informieren. Wir haben u. a. einen Film vorbereitet, der Werbung für Zweisprachigkeit macht. Wir können darin u. a. eine Religionsstunde sehen, die "neu", d.h. zweisprachig gestaltet wurde. Die Pädagogen aus Dembio haben Erfahrungen beim Besuch zweisprachiger Unterrichtsstunden in Solarnia gesammelt. In der Grundschule in Dembio werden die Religionsstunden zur Hälfte auf Deutsch (einfachere Inhalte) und zur Hälfte auf Polnisch (schwierigere Inhalte) durchgeführt. Ausschließlich auf Polnisch werden Polnischstunden gegeben. Mathematikstunden werden zu einem Fünftel auf Deutsch gegeben. In den Blocklehrstunden zur Natur, Gesundheit und Musik wird zu 50% die deutsche Sprache verwendet. Die Schüler werden auch fünf Deutschstunden in der Woche haben.

Die Schulleitung und die Lehrer sind sich dessen bewusst, dass vorläufig ein Teil der Eltern die Zweisprachigkeit fürchten. Sie fürchten vor allem, dass sie ihren Kindern bei den Schulaufgaben nicht werden helfen können.

"Ich möchte die Eltern beruhigen, dass die Kinder eine ausreichende Anzahl von Deutschstunden haben werden, so dass die Hilfe der Eltern nicht notwendig sein wird", versichert die Schuldirektorin. "Im Rahmen des Projekts "Freundliche Schule" bieten wir den Schülern aus den Klassen 1. bis 3. auch noch zusätzlichen Deutschunterricht."

Große Hoffnungen knüpft die deutsche Minderheit an die Übernahme der Grundschule in Cosel-Rogau durch die Bildungsgesellschaft Cosel-Rogau unter Beteiligung der deutschen Minderheit.
"Der Vorschlag kam während eines Treffens der Nichtregierungsorganisationen mit dem Stadtpräsidenten von Kandrzin-Cosel", sagt Róża Kerner, die Vereinsvorsitzende. "Weiter Gespräche und Treffen haben dreiviertel Jahr in Anspruch genommen. Die Aufgabe, die vor uns liegt, ist schwierig. Aber wenn nicht jetzt, dann wann? Wenn nicht wir, dann wer soll es tun?"
Am letzten Montag trafen sich die Vereinsvertreter mit Halina Damas- Łazowska, der Beraterin des Stadtpräsidenten in Fragen der Schulbildung. Es wurde vor allem über die Finanzierung der geplanten Schule gesprochen.

"Wir haben einen Kostenvoranschlag unter Berücksichtigung von Zusammenlegung der zahlenschwachen Klassen (mit 12-13 Schülern) vorgelegt", fügt Frau Kerner hinzu. "Ich möchte die Eltern der Schüler beruhigen, dass sie keine Schulgebühren in der neuen Schule zahlen werden. Wir planen, die Finanzierung der Schule aus den Mitteln der allgemeinen Bildungssubvention und mit Hilfe der uns von der Stadt zugesagten Sondersubvention zu decken. Man hat uns vorgeschlagen 20% im ersten Jahr, 15% im zweiten und 10% im dritten. Darüber werden wir aber noch sprechen."

"Die Schule in Cosel-Rogau steht an der vierten Stelle, wenn es um die Unterhaltungskosten geht, unter den Schulen in Kandrzin-Cosel", sagt Bruno Kosak, der Vorsitzende der Deutschen Bildungsgesellschaft. "Das heißt, ihre Umwandlung in eine vom Verein geführte Schule, wird sich für alle Seiten lohnen, und zwar auch dann, wenn die städtische Sondersubvention etwas höher ausfallen sollte, als aktuell vorgeschlagen."

Zweifellos müssen noch die Lehrer und die Eltern der Schüler zur "neuen Schule" überzeugt werden. Die meisten Lehrer werden ihre Arbeitsplätze behalten können, die "Lehrerkarte" wird aber für sie nicht mehr gelten.

"Was das Interesse der Eltern angeht, so können wir auf Grund der bisherigen Erfahrungen sagen, dass die Schülerzahl sich nicht vermindern wird", hofft Frau Kerner. "Umso mehr, als es in dieser Schule bereits eine zweisprachige Unterrichtstradition gibt und unser Bildungsangebot diese noch bereichern wird, vor allem um die Multikulturalität und den Aufbau der Identität. Das heißt aber nicht, dass wir nur Schüler aus den Reihen der deutschen Minderheit wollen. Wir sind durchaus offen und werden alle Interessierten begrüßen."
Eine Schule mit einem solchen Angebot kann auch Schüler aus anderen Stadtteilen von Kandrzin-Cosel anziehen.

"Als ein gewisses Hindernis kann es sich erweisen", fürchtet Bruno Kosak, "dass die Stadt vor kurzem die Preise für die Bus-Monatskarten erhöht hat. Nicht wenige Eltern werden es sich anders überlegen, wenn sie statt ca. 40 Zl. 110-120 Zl. bezahlen sollten. Wir hoffen, dass die Stadt uns bei den Schülerfahrtkosten auf irgendwelche Art und Weise behilflich sein wird."

Hubert Kołodziej, Referent für Schulbildung im Verband der deutschen Gesellschaften in Polen, hofft, dass im Jahr 2012 der Durchbruch bei der Gründung der zweisprachigen Schulen, sowohl in der Woiwodschaft Oppeln als auch in der Woiwodschaft Schlesien gelingen wird.
Seiner Ansicht nach ist die geplante Übernahme der Schule in Cosel-Rogau durch einen von der deutschen Minderheit getragenen Verein ein Beweis für das soziale Verantwortungsbewusstsein der deutschen Minderheit, weil die Schule sonst wohl liquidiert würde. Dank einer guten Zusammenarbeit mit der Kandrzin-Coseler Selbstverwaltung konnte man bereits Vieles unternehmen, bevor der Stadtrat seinen Beschluss über die Liquidierung der Schule gefasst haben wird. Zur Zeit wird die Bildungsgesellschaft im Gerichtsregister eingetragen.

"Uns Ziel ist ein Netz von zweisprachigen Schulen um die Achse Oppeln über Kandrzin-Cosel bis nach Ratibor", meint Hubert Kołodziej. Wir bemühen uns, im nächsten Schuljahr eine zweisprachige Schule in Oppeln zu gründen. Zusammen mit dem Vorsitzenden des VdG Bernard Gaida haben wir mehrere Gespräche darüber mit der Stadtverwaltung geführt. Die bisherigen Gesprächsergebnisse sind vielversprechend, über die Einzelheiten zu sprechen wäre aber verfrüht."
Der Bildungsreferent des VdG teilt die Meinung vieler Aktivisten der deutschen Minderheit, dass die zweisprachige Schulbildung vom Kindergarten an sehr wichtig für die Zukunft der deutschen Minderheit ist.

"Wir werden intensive Werbekampagnen in dieser Hinsicht durchführen", kündigt Hubert Kołodziej an, "viele Eltern kennen immer noch nicht ihre Rechte, aber auch nicht die Vorteile der zweisprachigen Schulbildung. Ein Teil der Selbstverwaltungen entmutigt diejenigen, die zweisprachige Bildungseinrichtungen gründen wollen. In vielen unseren Kindergärten arbeiten Lehrkräfte, die die nötige Qualifikation besitzen, um zweisprachig zu unterrichten, sie unterrichten aber lediglich vier Stunden Deutsch als Muttersprache. Es gibt also Voraussetzungen dafür, dass in einiger Zeit ein wirklich dichtes Netz von zweisprachigen Bildungseinrichtungen entstehen kann".
Tłum. ELF

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